Gegen den Krieg

London sah am 28. September die größte Friedensdemonstration in der Geschichte des Landes. 150.000 Menschen demonstrierten nach Polizeiangaben gegen den von der US-amerikanischen und britischen Regierung geplanten Krieg gegen den Irak. Die Veranstalter sprachen von 300000 Teilnehmern. Aufgerufen hatte diverse Friedensinitiativen, Gewerkschaften, linke Parteien und auch die traditionsreiche pazifistische Campaign for Nuclear Disarmament (Kampagne für atomare Abrüstung). Sie allein soll ein Viertel der Demonstranten mobilisiert haben. Aufgerufen und gekommen waren auch die Organisationen des muslimischen Bevölkerungsteils. Auf den Kundgebungen sprachen neben verschiedenen Gewerkschaftsführern (wann hat man in Deutschland einen Vorsitzenden einer DGB-Gewerkschaft gegen die sozialdemokratische Kriegspolitik demonstrieren sehen?) auch der Londoner Bürgermeister Ken Livingston. Es geht weder um Menschenrechte noch um Massenvernichtungswaffen. Es geht um Öl, zitiert der Korrespondent der jungen Welt Livingston, der gegen den Widerstand der Labour Party, der er selbst einst angehörte, zum Bürgermeister Londons gewählt wurde.

(wop)